Stimmen zum Forschungsfeld von
Imagining Desires

Dr. Eva Mersits, Direktorin des Hernalser Gymnasiums Geblergasse:

„Als eine Schule, die künstlerischen Fächern und projektorientiertem Arbeiten einen großen Stellenwert einräumt, sieht das GRG 17 die Beteiligung an einem kunst- und sexualpädagogischen Forschungsprojekt als einen wichtigen Beitrag zur Schul- und Fachentwicklung und der Erweiterung von sexualpädagogischen und gewaltpräventiven Kompetenzen bei Lehrer_innen und Schüler_innen. Imagining Desires greift wichtige Themen und Fragen auf, die sowohl für Schüler_innen als auch für Lehrpersonen von großer Bedeutung und starkem Interesse sind. Wir sehen es als eine großartige Möglichkeit des miteinander und voneinander Lernens, wenn Schüler_innen, Lehrer_innen, Lehramtsstudierende sowie Sexualpädagog_innen, Künstler_innen und Wissenschaftler_innen gemeinsam forschen und dabei Wissen und Erkenntnisse ausarbeiten, die sowohl für Schüler_innen wie auch für pädagogisch Tätige und wissenschaftliche/künstlerische Forschung von Relevanz sind.“

 

Maria Dalhoff und Sevil Eder, Mitarbeiterinnen des Vereins Selbstlaut:

„Wessen Lebensrealitäten werden in der sexualpädagogischen Arbeit mitbedacht? Und wessen Realitäten scheinen nicht zu existieren?
Welche Lebens- und Beziehungsformen werden als Ideal gesetzt? Und wer findet die eigenen Lebensbedingungen in pädagogischen Materialen nicht wieder? (…)
Fragen wie diese beschäftigen uns als Mitarbeiter_innen des Vereins Selbstlaut – Gegen sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen in unserer Arbeit mit pädagogisch Tätigen, Behörden sowie Kindern und Jugendlichen. Mit diesen Fragen konfrontieren wir uns als Team auch immer wieder aktiv, weil es unser Anspruch ist, sexuelle Bildung und Präventionsarbeit in unterschiedlichste Richtungen möglichst barrierefrei zu gestalten.“ 1

 

Linnea, Schülerin der 8. Schulstufe am Hernalser Gymnasium Geblergasse:

„Ich finde das Projekt vor allem deshalb wichtig, weil es dabei nicht darum geht, zum Thema Sexualität klinische Fakten zu lernen, sondern darum, Darstellung und Wirkung selbst zu erforschen und zu hinterfragen.“

 

Angelika Beck, Kunst- und Sexualpädagogin:

„Die Begegnung mit zeitgenössischer Kunst, die ‚Sexuelles’ thematisiert, bietet Gelegenheiten Gespräche mit und unter Jugendlichen zu initieren. (…) Gesprächsbedarf ist vorhanden und viele Schülerinnen und Schüler der Oberstufe weisen darauf hin, dass es, wenn die Schule sich des Themas nicht annimmt, für sie keinen Ort des sachlichen Gesprächs über Sexualität gibt.“
„Die Begegnung mit (zeitgenössischer) Kunst kann Jugendlichen helfen, in der Konstruktion ihres Selbst Spielraum gegenüber fremdvalidierten normativen Ansprüchen zu entwickeln und auszubauen.“ 2

 

Karla Schmutzer, Projektmitarbeiterin bei Imagining Desires und Lehrerin für die Unterrichtsfächer Werkerziehung und Bildnerische Erziehung:

„Wenn Pädagog_innen, wie in meinem Fall, mit Schüler_innen zu historischen und gegenwärtigen Körperdarstellungskonventionen arbeiten, berühren sich Fragen zu Geschlecht, Begehren, Sexualität, Behinderung und race. (…) Ein bewusster(er) Umgang mit dem bestehenden kunstgeschichtlichen Kanon, wie er zumeist in Schulbüchern, Uni-Lehrveranstaltungen oder durch Kolleg_innen und Betreuungslehrer_innen angeboten wird, ist (…) unumgänglich. (…) Fragen danach, welche Körper sichtbar sind bzw. wie sie zu sehen gegeben werden und gesehen werden, müssen in der kunst- und sexualpädagogischen Arbeit mit Bildern gestellt werden.“ 3


  1. Dalhoff, Maria/Eder, Sevil (2016): Für eine sexuelle Bildung der Unbequemlichkeiten. In: Thuswald, Marion/Sattler, Elisabeth (Hg.): teaching desires. Möglichkeitsräume sexueller Bildung im Kunstunterricht. Wien: Löcker, S. 83f.
  2. Beck, Angelika (20132): Kunstpädagogik in der sexuellen Bildung. In: Schmidt, Renate-Berenike/Sielert, Uwe (Hg.): Handbuch Sexualpädagogik und sexuelle Bildung. Weinheim/Basel: Beltz Juventa, S. 726.
    Beck, Angelika (2016): Let’s switch! Mit Jugendlichen unterwegs zwischen Sex und Kunst. In: Thuswald, Marion/Sattler, Elisabeth (Hg.): teaching desires. Möglichkeitsräume sexueller Bildung im Kunstunterricht. Wien: Löcker, S. 37.
  3. Schmutzer, Karla (2016): Körperbilder und Proportionsregeln im Kunstunterricht durchkreuzen. In: Thuswald, Marion/Sattler, Elisabeth (Hg.): teaching desires. Möglichkeitsräume sexueller Bildung im Kunstunterricht. Wien: Löcker, S. 110, 117.